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Frage und Antwort
Immer wieder werden Fragen an uns heran getragen. Vielleicht finden Sie zu Ihren Fragen bereits hier die passende Antwort.
Natürlich ist diese Liste nicht vollständig und ebenso natürlich soll dieses kein Lehrbuch sein.
Die Aufzählung - aber auch die Erklärungen - erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr erhalten Sie einen kleinen Einblick in unser Verständnis.



A

Akzeptanz
bedeutet "annehmen, das, was ist, so, wie es ist."
Im Gegemsatz zur Toleranz (lateinisch: aushalten, ertragen) erfordert die Akzeptanz eine innere Auseinandersetzung, an deren Ende ein "akzeptiert" steht. Wird die Auseinandersetzung nur halbherzig geführt, entsteht ein Gefühl der Unzufriedenheit - "Ja - aber ..."

Angststörung
Angst ist ein normales Gefühl, das in Situationen der Bedrohung auftritt.
Zur Angststörung wird es durch eine Fehleinschätzung von Situationen. So werden alltägliche, harmlose Situationen zu unüberwindlichen Hindernissen.
Die Angststörung ist eine der am häufigsten auftretenden Störungen in Deutschland und im Allgemeinen gut behandelbar.

Anpassungsstörung
Sie tritt im Zusammenhang mit belastenden Lebensumständen auf, über das Gefühl von Bedrängnis beeinträchtigt sie soziale Funktionen..


B

Balintgruppe
Ein vom ungarischen Psychoanalytiker Michael Balint entwickeltes Verfahren.
In der Balintgruppe werden nach einer festgelegten Vorgehensweise Probleme aus dem beruflichen Umfeld besprochen.
Ursprünglich wurden Balintgruppen mit Allgemeinärzten durchgeführt. Heute sind Balintgruppen ein fester Baustein in der Weiterbildung zur psychosomatischen Grundversorgung sowie in der psychoanalytischen und tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapieausbildung.
Aber auch andere Berufsgruppen, wie Lehrer, Sozialarbeiter oder Manager nutzen zunehmend mehr die Möglichkeiten der Balint-Arbeit.

Biofeedback
Dieser Begriff lautet übersetzt: mein Körper gibt mir eine Rückmeldung.
Sicherlich haben Sie schon einmal in einem amerikanischen Spielfilm gesehen, wie ein Verdächtiger an einen Lügendetektor angeschlossen wird. Biofeedback basiert auf diesem Verfahren der Erfassung verschiedener Körperfunktionen in unterschiedlichen Belastungssituationen.
Über die Veränderung von Körperfunktionen im Zusammenhang mit Belastungssituationen können Rückschlüsse auf die körperliche Reaktionsfähigkeit gegeben werden. Nähere Informationen erhalten Sie auf der Biotrain Website unseres Netzwerkpartners Dr. Ulrich Pietrek.

Burn Out Syndrom
Dieser Begriff bedeutet übersetzt "Ausgebranntsein". Der Psychoanalytiker H. J. Freudenberger beschrieb aufgrund von Eigenbetrachtung dieses Erschöpfungssyndrom. Einer Studie der Bundestherapeutenkammer zufolge lag in 2008 der Anteil an Fehltagen durch Burnout mit 11% etwa doppelt so hoch wie 10 Jahre zuvor.
Das Burn Out Syndrom darf nicht mit einer Depression gleich gesetzt werden!
Die Veränderungen werden meist erst sehr spät vom Betroffenen, oft etwas früher vom Umfeld wahrgenommen.
Wie ein Baum innerlich ausbrennt und nach außen noch stark aussieht, kann beim Burn Out Syndrom der Patient in seinen Alltagssituationen noch funktionieren. Trotzdem benötigt er bereits dringend Hilfe zur Veränderung in seinem Leben. Erst beim Durchbrechen der glänzenden Hülle wird die innere Leere offensichtlich.
Besonders gefährdet sind leistungsfähige Entscheidungsträger, die sich keine Erfolgseinbrüche erlauben wollen.
Neben dem Burn Out Syndrom ("Selbstverbrenner") gibt es das Wear Out Syndrom ("Verschlissene"), das Rust Out Syndrom ("Eingerostete") und letztlich das Bore Out Syndrom ("Ausgelangweilte").

C

Care Management
eine aus den USA kommende Optimierungsmethode aus dem Gesundheitssystem.
Case- und Caremanagement-Ansätze haben sich in der Sozialgesetzgebung niedergeschlagen. Ein wesentlicher Baustein besteht in dem Aufbau von vernetzten Behandlungsstrukturen.

Casemanagement
hat nichts mit Käse zu tun, auch wenn es gleich gesprochen wird.
Eine gute Übersetzung ins Deusche gibt es leider nicht. Gemeint ist eine standardisierte Vorgehensweise, um bei komplexen, über viele Lebensbereiche sich erstreckenden Problemfeldern zu Klienten bezogenen Lösungen zu kommen.

Coaching
Der Coach oder Trainer einer Fussballmannschaft wird Ihnen sicherlich bekannt sein. Seine Aufgabe besteht darin, Mittel und Wege zu finden, den Verein durch die Saison zu führen. casa acuta verfolgt in Zusammenarbeit mit Netzwerkparnter Business Dialog UG, vertreten durch den Arzt, Psychologen und Pädagogen Volker Tantow, eine besondere Form des Coachings. Hierbei stehen die persönlichen Fähigkeiten und Bedürfnisse des Klienten unter Einbeziehung seines sozialen Umfeldes ganz im Vordergrund.
Neben der Fähigkeit, erfolgreich im Geschäftsleben zu sein, werden auch Verliererstrategien besprochen und auf die Gefahren des Burn Out Syndroms hingewiesen. "Erfolg verführt zu mehr Erfolg und bedroht mit Misserfolg" ist eine wichtige Erkenntnis, die in unser "sanftes" Coaching mit einfließt.

Chronifizierung
Aus einem akuten Zustand ist ein Dauerzustand geworden.
Wenn Schmerzen über lange Zeit bestehen, verändern sie den Hirnstoffwechsel. Die Schmerzverarbeitung wandelt sich von einer Alarmfunktion in eine Angst machende "womit habe ich das verdient, dass mir ständig alles weh tut?"-Frage.

Chronifizierungsrisiko
Der Internationalen Gesellschaft für orthopädische Schmerztherapie (IGOST) ist es in Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg gelungen, einen Kurzfragebogen - HKF-R10, bestehend aus 10 Fragen - zu entwickeln. Mit diesem Fragebogen kann das Chronifiziereungsrisiko bei Patienten mit akuten Schmerzereignissen vorhergesagt werden.
Bei sehr hohem Risiko ist eine vernetzte, individuelle, mit dem Patienten abgestimmte Vorgehensweise, notwendig, um vor langfristigen Symtombildungen zu schützen.


D

Depression
Phasen von schlechter Laune und Bedrücktsein gehören insbesondere im Zusammenhang von Verlusterlebnissen zum normalen Leben. Depressionen unterscheiden sich von diesen Phasen durch Intensität, Dauer, begleitende körperliche Symptome sowie Auswirkungen auf das normale Leben. Unterschieden werden leichte bis schwere Ausprägungen, mit und ohne psychotische Begleitsymptome.
Bereits leichte Depressionen unterscheiden sich von normalen Stimmungsschwankungen und sollten behandelt werden.


E

Essstörung
Damit ist nicht die Anhäufung der vielen "s" nach neuer Rechtschreibung gemeint.
Vielmehr stellen die Gruppe der Essstörungen (Anorexia nervosa - Magersucht, Bulimia nervosa - Brechsucht, Adipositas per magna - krankhafte Fettleibigkeit) schwerwiegende Erkrankungen dar.
In der Zeit der Pubertät beginnt besonders bei Mädchen die Magersucht als eine sehr schwerwiegende Erkrankung. 20% aller Patientinnen, die an einer Anorexia nervosa leiden, sterben. Die Anfänge dieser Krankheit bleiben oft über lange Zeit unerkannt.
Eine Essstörung bedarf sehr häufig stationärer Therapie.


F

Fibromyalgiesyndrom
Dieser Begriff beschreibt in drei Teilen die Symptome: Fibro steht für Sehne, Myo für Muskel und Algie für Schmerz. Die Übersetzung würde lauten: "Mir tut alles weh, die Muskeln, die Sehnen, einfach alles."
Über die Ursachen dieses Syndroms ist wenig Gesichertes bekannt. Die Behandlung ist vielschichtig und muss langfristig angelegt werden.


G


H


I


J


K


L

Lösungsmodelle
Jürg Willi beschreibt in seinem Buch "Die Zweierbeziehung" Spannungsursachen, Störungsmuster, Klärungsprozesse und Lösungsmodelle. Seine Beschäftigung mit der Analyse des unbewussten Zusammenspiels in Partnerwahl und Paarkonflikt führt über in das sogenannte Kollusionskonzept (von "Zusammenspiel").
Seinem Ansatz folgend zielt eine Therapie auf das Einspielen eines freien und flexiblen Gleichgewichts. So können die Kollusionsthemen zu einer beiderseitigen Bereicherung werden:

  • durch die Bestätigung des Partner als eine abgegrenzte individuelle Persönlichkeit
  • durch ein gegenseitiges Geben und Nehmen
  • durch Solidarität ohne Zwang
  • durch gegenseitige Ergänzung in der Geschlechteridentität.
    Das Konzept von Jürg Willi ist psychoanalytisch fundiert, sieht aber auch Kommunikationsübung und Partnerschaftstraining bis hin zu konkreten verhaltenstherapeutischen Übungsprogrammen vor.


    M


    N

    Netzwerk
    Im Sinne von casa acuta bedeutet Netzwerk eine gut auf einander abgestimmte Zusammenarbeit verscheidener Fachgruppen, um mit Patienten in akuten Krisen gemeinsam ein stimmiges Behandlungskonzept zu erarbeiten und umzusetzen


    P

    Psychoedukation
    soll Patienten und Angehörigen Informationen über die Erkrankung vermitteln und bedeutet Wissensvermittlung über die komplexen Auswirkungen von lebensverändernden Ereignissen. Hierbei steht nicht die Veränderung von Beschwerden im Vordergrund, sondern die Verstehbarkeit, die Handhabbarkeit, die Sinnhaftigkeit und - besonders wichtig - die Bedeutung der eigenen Person!
    Aaron Antonowsky: Salutogenese-Konzept der Kohärenz

    Psychosomatische Grundversorgung
    Die Psychosomatische Grundversorgung (P.G.) stellt einen entscheidenden Meilenstein in einem erweiterten Medizinverständnis dar. Im Rahmen der P.G. fließen in die Medizinische Versorgung Erkenntnisse aus anderen Fachgebieten, der Medizin sowie aus den Sozialwissenschaften, ein.
    Im Pentagramm der Sigmaklinik Bad Säckingen (Prof. Burrer) wird dies besonders deutlich.

    Psychotherapeut
    In Deutschland ist über das Psychotherapeutengesetzt seit 01. Januar 1999 geregelt, wer sich Psychotherapeut nennen darf.
    Im Wesentlichen unterschieden wird in approbierte Psychotherapeuten und nach dem Heilpraktiker-Gesetz (HPG) zugelassene Psychotherapeuten.
    Approbierte Psychotherapeuten sind im Erwachsenenbereich ausschließlich Fachärzte oder klinische Psychologen.
    Im Kunder- und Jugendbereich können approbierte Kinder- und Jugendtherapeuten auch aus anderen akademischen Berufen, wie z.B. Sozialpädagogen, kommen.
    Psychotherapeuten nach Heilpraktiker-Gesetz haben keine feste Ausbildungsregel, wohl aber eine Prüfungsverordnung, die von den Amtsärzten umgesetzt wird. Jeder, der die Heilpraktikerprüfung nach HPG bestanden hat, darf diesen Titel führen.

    Psychotherapeutische Methoden
    Bei den Krankenkassen gibt es drei zugelassene Verfahren:
  • Psychoanalytische Therapie (PA)
  • Tiefenpsychologisch fundierte Therapie (PT)
  • Verhaltenstherapie (VT)
    Im Wesentlichen werden Psychologen in Verhaltenstherapie und Ärzte in Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie ausgebildet. Die historisch älteste Psychotherapieform ist die Psychoanalytische Psychotherapie.
    Unterschiede zwischen den Verfahren sind historisch gewachsen und heute im Wesentlichen überwunden. Im Vorgehen ist die Psychoanalytische Therapie die Form mit der stärksten Vergangenheitsorientierung.
    Die Verhaltenstherapie orientiert sich - wie der Begriff es schon vermuten lässt - am Verhalten und verfolgt deshalb andere Vorgehensweisen.
    Über diese drei Methoden mit Krankenkassenzulassung hinaus gibt es ein breites Spektrum an sehr guten psychotherapeutischen Vorgehensweisen. Hierzu zählen
  • die Gestalttherapie
  • die Gesprächstherapie nach Rogers
  • die Musiktherapie
  • die konzentrative Bewegungstherapie
  • die Gestaltungstherapie
  • die Traumatherapie
  • die Sexualtherapie
  • die Paartherapie
  • die systemische und analytische Familientherapie
  • die Integrative Therapie und viele weitere Verfahren.
    Im Wesentlichen werden diese Methoden im stationären und teilstationären Bereich als Ergänzung zu den drei "klassischen" Therapieformen eingesetzt.
    casa acuta hat es sich zum Ziel gesetzt, durch Netzwerkbildung auch im ambulanten Rahmen ergänzende Therapiemethoden anzubieten. Hierüber soll die Kluft zwischen stationärer und teilstationärer Behandlung verkleinert werden.
    In diesem Sinne werden klare Absprachen zwischen ambulantem und stationärem Bereich zu gut begehbaren Brücken für Patienten. Der ambulante Behandlungsansatz wird im stationären und teilstationären Rahmen fortgesetzt. Nach Entlassung kann lückenlos am bis dahin erreichten Behandlungserfolg angeknüpft werden. Hierzu findet ein regelmäßiger Austausch aller Behandler in Absprache mit dem Patienten statt.


    Q


    R

    Rückenschmerz
    "Ich habe es doch am Rücken und nicht am Kopf! Was soll ich beim Psychotherapeuten?"
    Diese Frage stellen sich zu Recht viele Patienten, wenn der Hausarzt oder Facharzt eine Überweisung an den Psychotherapeuten ausstellt.
    Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sind Begriffe, die schnell mit psychischen Ursachen für Beschwerden in Verbindung gebracht werden.
    Im Wissen um die Verwirrung, die aus unterschiedlichen Sichtweisen für einen Patienten entstehen kann, legt casa acuta großen Wert auf eine Fachgruppen übergreifende Aufklärung des Patienten.
    Besonderen Wert legen wir auf das individuelle Krankheitsmodell des Patienten. Miteinander werden bestehende Vorurteile (Hypothesen) zu Ursachen und Folgen erfasst und um psychomotorische Sichtweisen ergänzt.
    Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sind Vorgehensweisen, sich mit Krankheiten verschiedener Fachrichtungen auseinander zu setzen.
    So gibt es zum Beispiel ie Psycho-Onkologie, die sich mit der Mitbehandlung von Patienten, die an Krebs leiden, beschäftigt.


    S

    Schmerzkrankheit
    Bei lang anhaltenden Schmerzen entwickelt sich fast regelmäßig eine Schmerzkrankheit, die mit einem erheblichen Einbruch an Lebensqualität einher geht. Neben Gereiztheit, der zunehmenden Hoffnungslosigkeit, den Mißstimmungen und der Ohnmacht spielt vor allem der Rückzug aus dem sozialen Leben eine wesentliche Rolle.
    Anstatt mit Freunden zu feiern müssen die Patienten schmerzvoll ihren Alltag in Arztpraxen durchstehen.
    Dringend notwendige Bewegung kann nicht in den Alltag integriert werden. Statt dessen beherrschen Stagnation und Enttäuschung die meist ängstlich-niedergedrückte Stimmung.

    Selbsterfahrung
    dient dazu, mehr über sich selbst zu erfahren. Hierbei wird unter Verwendung von psychotherapeutischen Methoden besonderer Wert auf das Bewusstmachen sogenannter "Blinder Flecken" gelegt. Diese ermöglichen es mir, in der Phantasie leben zu können, auf immer gleichen Wegen neue Ziele zu erreichen.
    In der psychoanalytischen und tiefenpsychologisch fundierten Therapieausbildung ist die Selbsterfahrung ein unverzichtbarer Baustein.
    Aber auch viele andere Berufsgruppen wissen um die Stärken der Selbsterfahrung, wie Schauspieler, Sänger, Manager, Sportler, Politiker, Maler, Lehrer und Hochschullehrer.

    Supervision
    bedeutet "von oben drauf schauen".
    "Wenn ich den Wald vor Bäumen nciht mehr sehe, sollte ich auf einen hohen Baum klettern und mir einen Überblick verschaffen."
    Externe Supervisoren betrachten Geschehnisse mit mehr Abstand und so aus neuen Blickwinkeln.
    In der Psychotherapie stellt die Supervision einen unverzichtbaren Baustein in Ausbildungn und therapeutischem Alltag dar.


    T

    Tolerenz
    bedeutet aushalten, ertragen. Frustrationstoleranz ist somit die Fähigkeit, vergebliche Bemühungen auszuhalten.
    Die Frustrationstoleranz ist die wesentliche Größe, um die Stabilität in einem System festzulegen. Wenn ich wegen jeder Kleinigkeit ausflippe, ist meine Frustrationstoleranz gering und das Maß des Genervtseins hoch.
    Im Rahmen eines Chronifizierungsprozesses spielt die Abnhame der Frustrationstoleranz eine gravierende Rolle: "Das darf doch nicht schon wieder weh tun".

    U


    V


    W


    X


    Y


    Z

    Zufriedenheit
    Endpunkt eines lebenslangen Prozesses des mit mir und meiner Umwelt zufriedensein Könnens. Um Zufriedenheit zu erreichen sollte die Kluft zwischen dem Ideal-Ich und dem Real-Ich durch ein Hinterfragen von Ideal-Ich-Ansprüchen (will ich das wirklich oder erfülle ich nur die in mich gesetzten Erwartungen anderer?) minimiert werden.
    "So wie ich bin, bin ich richtig." ist die Voraussetzung für wahrhaftige Veränderung.